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Gespräch mit Dr. Schulte Vorstandsvorsitzender Fraport AG

09.04.2012 von Andreas Kunkel

Liebe Mitstreiterinnen,
liebe Mitstreiter,

aus diesem Gespräch, welches gemeinsam mit den Herren Winter, Rüth und Klein am 05.04.2012 bei Fraport stattfand, ist aus meiner Sicht Folgendes berichtenswert:
Dr. Schulte war der Meinung, daß eine ünnötige Sensibilisierung der Bevölkerung gegen Fluglärm betrieben wird. Dem habe ich mit meiner persönlichen Erfahrung widersprochen, daß wir seit Oktober 2011 Flugzeuge ab 5:00Uhr morgens im Haus hören. In den 20 Jahren davor, die wir in Rückersbach wohnen, herrschte Ruhe.

Messstationen:
Eine Beteiligung an der Finanzierung von Messstationen in Bayern hat Dr. Schulte abgelehnt, weil sonst alle kämen.
Für den vorübergehenden Betrieb einer mobilen Messstation wird Herr Winter einen Antrag stellen. Die Messwerte werden erst nach Prüfung durch die Betreiber freigegeben.
Die private Messstation in Johannesberg war Dr. Schulte bereits bekannt. Er äußerte Bedenken bezüglich der richtigen Anordnung des Mikrofons und damit an den Messwerten.

Jobmaschine Fraport:
Der Abbau von 10.000 Mitarbeitern in den Jahren 2007 - 2010 wurde mit dem Verkauf der Fa. ICTS in 2008 begründet. Dies kann aber nur eine Teilursache sein. Denn die Firma  wurde im April 2008  und nicht scheibchenweise in 3 Jahren verkauft.
Als Jobmotor baut man Arbeitsplätze auf.

Start- und Landeverfahren
Auch Fraport übt Druck auf die DFS aus wegen der Einführung lärmarmer Start- und Landeverfahren. Die Einführung des Point Merge Verfahrens dauert an einem der größten Flughäfen Europas länger als am kleinen Flughafen Oslo. Die Frage nach Ursachen für den späten Beginn der Einführung wurde mit der Bemerkung abgetan, der Blick zurück nütze nichts.
Fehler zugeben und daraus lernen wäre auch ein mögliches Verhalten.

Fazit:
Wir müssen uns gegen die Bagatellisierung des Fluglärms wehren. Das können wir aus meiner Sicht erreichen, in dem die Gemeinden am Bayerischen Untermain Messstationen der Klasse 1 errichten. Fraport beobachtet, wie wir wissen, diese Stationen sehr genau. Der Lärm wird dorthin verlagert, wo der Protest am geringsten ist.

Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, daß bei der Eröffnung der Landebahn Nord-West im Oktober 2011 die Gegenanflughöhen im Main-Kinzig-Kreis um 1000 Fuß (ca. 300 m) angehoben wurden (Quelle: Homepage der DFS.de) und im Kahlgrund auf dem tiefen Niveau von 1200 m belassen wurden. Im Main-Kinzig-Kreis befinden sich zahlreiche Messstationen, am Bayerischen Untermain ist bisher nur eine private, nicht zertifizierte in Johannesberg installiert.

Bitte machen Sie diese Informationen in Ihrem Umfeld bekannt, denn nur gemeinsam sind wir stark.

Mit freundliche Grüßen
Peter Hackenberg

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Kommentar von Holger Diepold | 20.06.2012

Hallo!
Diesen Höhenunterschied im Anflug auf die beiden verschiedenen Landebahnanlagen konnte ich bei flightradar24.com beobachten, und habe mich gewundert warum hier die ca. 300m mehr Höhe (also ca. 1500m statt 1200m) möglich sind. Die Flugzeuge kommen hier in Johannesberg definitiv deutlich tiefer als früher rüber, das sind meiner Meinung nach auch mehr als 300m tiefer als früher.
MfG.: Holger Diepold, Johannesberg